Judasohr: erkennen, finden, Saison
Auricularia auricula-judae, auch Holunderpilz oder Mu-Err. Ohrförmig, gallertig-knorpelig, rot- bis olivbraun, außen samtig. Fast immer am Schwarzen Holunder, das ganze Jahr, am meisten im feuchten Winter und Frühjahr.

Erkennen
Ein 3 bis 10 cm großer, ohr- bis muschelförmiger Fruchtkörper aus gallertig-knorpeligem Fleisch, rotbraun bis olivbraun. Die Außenseite ist fein samtig, die Innenseite glatt oder mit aderigen Falten. Bei Trockenheit schrumpft er hart und dunkel zusammen, nach Regen quillt er in wenigen Stunden wieder auf.
Wo es wächst
Fast immer an lebendem oder totem Schwarzem Holunder, selten an anderen Laubhölzern. Holunder wächst auf nährstoffreichem Boden in Hecken, an Waldrändern, in Auen, Parks und Gärten. Eine Karte des Holunders gibt es nicht, deshalb zählt die Karte Hecken, Parks und Laubwald und gibt Flussauen und Waldrändern einen Zuschlag.
Wann
Das ganze Jahr, am meisten von November bis April. Weil es innerhalb von Stunden aufquillt, zählt für das Judasohr vor allem der Regen der letzten drei Tage und mildes Wetter; Frost zieht die Karte bei ihm nicht ab.
Wann die Arten der Karte Saison haben, zeigt der Pilzkalender Monat für Monat.
Verwechslung
Der Gezonte Ohrlappenpilz (Auricularia mesenterica) ist oberseits filzig, grau gezont und wächst vor allem an Ulme und Pappel. Gefährliche Doppelgänger hat das Judasohr nicht.
Wo es in Deutschland Judasohren gibt: die besten Regionen
Nach Lebensraum und Boden liegen diese zehn Landschaften und Städte mit ihrem Umland für das Judasohr vorn. Die Punkte (von 100) sind der Wert der Karte ohne Wetter, gemittelt über die Fläche der Region, die die Art nutzen kann.
- Rund um Münster: 75 Punkte, 14 % Wald, vor allem Eiche
- Rund um Rostock: 74 Punkte, 13 % Wald, vor allem Buche
- Rund um Leipzig: 70 Punkte, 13 % Wald, vor allem Eiche
- Rund um Köln: 69 Punkte, 19 % Wald, vor allem Eiche
- Rund um Stuttgart: 69 Punkte, 33 % Wald, vor allem Buche
- In und um Bremen: 68 Punkte, 13 % Wald, vor allem Eiche
- Vogelsberg: 67 Punkte, 38 % Wald, vor allem Buche
- Fränkische Schweiz: 67 Punkte, 41 % Wald, vor allem Fichte
- Rund um Frankfurt: 67 Punkte, 33 % Wald, vor allem Buche
- In und um Hamburg: 67 Punkte, 16 % Wald, vor allem Fichte
Von den Bundesländern schneiden Schleswig-Holstein (73), Saarland (71) und Mecklenburg-Vorpommern (63) am besten ab.
Das Wetter ist hier nicht eingerechnet. Ob gerade etwas wächst, hängt vom Regen und der Bodentemperatur der letzten Wochen ab; die aktuelle Chance zeigt die Karte.
Wo es für das Judasohr gerade am besten aussieht
Stand 10.10., 02:55 Uhr, mit dem Wetter der letzten 14 Tage: Rund um Münster (etwa 41 von 100), Rund um Rostock (etwa 38 von 100) und Rund um Köln (etwa 37 von 100). Alle Arten und Regionen, stündlich neu berechnet, stehen in der Pilzlage, die Chance für jede Waldzelle die Karte.
Womit die Karte für das Judasohr rechnet
Die Karte färbt jede Zelle nach Lebensraum, Boden und dem Wetter der letzten 14 Tage ein. Für das Judasohr gelten diese Werte; Hitze, Schnee und trockene Luft drücken den Wert zusätzlich, Frost nicht, weil die Art gerade nach kalten Nächten wächst. Wie das zusammenspielt, steht im Beitrag Wann wachsen Pilze?, und was beim Sammeln erlaubt ist, unter Pilze sammeln: Regeln und Mengen.
- Wirtsbäume
- Erle, anderes langlebiges Laubholz, kurzlebiges Laubholz, Buche, Birke und Eiche zur Hälfte; Douglasie, Fichte, Kiefer, Lärche und Tanne kaum.
- Lebensraum
- Außer Wald zählen Hecken und Baumreihen 1, Parks und Friedhöfe 0,8 und Streuobst 0,3; Zu- und Abschläge: Flussaue +0,5 und Waldrand +0,4.
- Saison
- Hauptsaison November bis Mai, möglich das ganze Jahr.
- Regen letzte 3 Tage
- Optimum ab 8 mm
- Wasserbilanz 14 Tage
- Optimum ab 15 mm
- Tageshöchstwert 3 Tage
- Optimum 8 bis 20 °C
- Boden
- pH ab 6,5, Sand bis 70 %; die Bodenkurven sind bewusst flach.
Weitere Pilze
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