Sporensuche
Die Pilzkarte für Deutschland

Pilze › Hallimasch

Hallimasch: erkennen, finden, Saison

Armillaria mellea agg., auch Honiggelber Hallimasch. Büschel honiggelber bis brauner Hüte mit dunklen Schüppchen und Ring am Stiel. An Stümpfen und geschwächten Bäumen fast aller Arten, Hauptsaison Oktober.

Büschel des Hallimaschs mit braunen, geschuppten Hüten zwischen Laub
Foto: George Chernilevsky, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Erkennen

Hallimasche wachsen in dichten Büscheln an Holz. Der Hut wird 3 bis 10 cm breit, ist honiggelb bis braun und trägt vor allem zur Mitte hin feine dunkle Schüppchen. Die Lamellen sind weißlich bis blass cremefarben und bekommen im Alter braune Flecken, das Sporenpulver ist weiß. Am Stiel sitzt ein weißlicher Ring. Unter der Rinde befallener Bäume verlaufen schwarze, schnurartige Stränge, mit denen der Pilz sich im Boden ausbreitet.

Wo er wächst

An Stümpfen, Wurzeln und am Stammfuß lebender und toter Bäume fast aller Arten, in Laub- und Nadelwäldern, Parks und Gärten. Er ist ein gefürchteter Parasit, der geschwächte Bäume tötet und danach von ihrem Holz lebt. Seit dem Fichtensterben ab 2018 findet er in vielen Wäldern reichlich Nahrung. Die Karte gibt deshalb Flächen, auf denen seit 2017 das Kronendach verloren ging, einen Zuschlag.

Wann

Von September bis November, oft als Massenauftreten im Oktober, sobald nach einem warmen Spätsommer Regen fällt und der Boden abkühlt.

Wann die Arten der Karte Saison haben, zeigt der Pilzkalender Monat für Monat.

Verwechslung

Der Gifthäubling (Galerina marginata) wächst ebenfalls büschelig an Holz, meist Nadelholz, und enthält tödliche Amatoxine. Er ist kleiner, hat einen glatten, wasserdurchtränkt aussehenden Hut ohne Schüppchen und braunes statt weißes Sporenpulver. Der Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare) ist schwefelgelb, hat grünliche Lamellen und schmeckt bitter; er ist giftig. Der Hallimasch selbst ist roh giftig, und auch gegart vertragen ihn nicht alle.

Wo es in Deutschland Hallimasche gibt: die besten Regionen

Nach Lebensraum und Boden liegen diese zehn Landschaften und Städte mit ihrem Umland für den Hallimasch vorn. Die Punkte (von 100) sind der Wert der Karte ohne Wetter, gemittelt über die Fläche der Region, die die Art nutzen kann.

  1. Frankenwald: 97 Punkte, 53 % Wald, vor allem Fichte (seit 2018 viel Fichte abgestorben)
  2. Harz: 96 Punkte, 73 % Wald, vor allem Fichte (seit 2018 viel Fichte abgestorben)
  3. Thüringer Wald: 95 Punkte, 68 % Wald, vor allem Fichte (seit 2018 viel Fichte abgestorben)
  4. Fichtelgebirge: 94 Punkte, 48 % Wald, vor allem Fichte (seit 2018 viel Fichte abgestorben)
  5. Sauerland: 94 Punkte, 54 % Wald, vor allem Fichte (seit 2018 viel Fichte abgestorben)
  6. Solling: 93 Punkte, 70 % Wald, vor allem Buche (seit 2018 viel Fichte abgestorben)
  7. Bayerischer Wald: 92 Punkte, 44 % Wald, vor allem Fichte
  8. Oberpfälzer Wald: 91 Punkte, 38 % Wald, vor allem Fichte
  9. Sächsische Schweiz: 91 Punkte, 44 % Wald, vor allem Fichte (seit 2018 viel Fichte abgestorben)
  10. Erzgebirge: 89 Punkte, 37 % Wald, vor allem Fichte

Von den Bundesländern schneiden Thüringen (85), Bayern (85) und Hessen (83) am besten ab.

Das Wetter ist hier nicht eingerechnet. Ob gerade etwas wächst, hängt vom Regen und der Bodentemperatur der letzten Wochen ab; die aktuelle Chance zeigt die Karte. Wo seit 2018 viele Fichten abgestorben sind, ist das in den Punkten schon eingerechnet, nach Satellitendaten des DLR bis 2025.

Wo es für den Hallimasch gerade am besten aussieht

Stand 10.10., 02:55 Uhr, mit dem Wetter der letzten 14 Tage: Sauerland (etwa 92 von 100), Westerwald (etwa 81 von 100) und Solling (etwa 80 von 100). Alle Arten und Regionen, stündlich neu berechnet, stehen in der Pilzlage, die Chance für jede Waldzelle die Karte.

Womit die Karte für den Hallimasch rechnet

Die Karte färbt jede Zelle nach Lebensraum, Boden und dem Wetter der letzten 14 Tage ein. Für den Hallimasch gelten diese Werte; Frost, Hitze, Schnee und trockene Luft drücken den Wert zusätzlich. Wie das zusammenspielt, steht im Beitrag Wann wachsen Pilze?, und was beim Sammeln erlaubt ist, unter Pilze sammeln: Regeln und Mengen.

Wirtsbäume
Fichte, Buche, Eiche, Birke, Tanne, anderes langlebiges Laubholz und kurzlebiges Laubholz zählen voll; Douglasie, Erle, Kiefer und Lärche zur Hälfte.
Lebensraum
Außer Wald zählen Parks und Friedhöfe 0,5 und Hecken und Baumreihen 0,3; Zu- und Abschläge: Kronendachverlust seit 2017 +0,5.
Saison
Hauptsaison Oktober bis November, möglich September bis Dezember.
Nettoregen 4–14 Tage
Optimum ab 22 mm
Bodentemperatur
Optimum 9 bis 14 °C
Bodenfeuchte 3–9 cm
Optimum 55 bis 115 % nFK
Bodenfeuchte 9–27 cm
Optimum 50 bis 115 % nFK
Boden
pH immer, Sand immer; die Bodenkurven sind bewusst flach.

Hallimasch auf der Karte

Weitere Pilze

Steinpilz · Pfifferling · Marone · Krause Glucke · Morchel · Maipilz · Schwefelporling · Parasol · Austernseitling · Judasohr · alle Arten