Steinpilz: erkennen, finden, Saison
Boletus edulis, auch Fichten-Steinpilz oder Herrenpilz. Brauner Hut, weiße bis olivgelbe Röhren, dicker heller Stiel mit feinem Netz. Bei Fichte, Buche, Eiche und Kiefer, Hauptsaison August bis Oktober.

Erkennen
Der Hut wird 6 bis 25 cm breit, ist jung halbkugelig und später polsterförmig, hell- bis dunkelbraun mit oft hellerem Rand. Die Röhren sind jung weiß, später gelb bis olivgrün und verfärben sich auf Druck nicht. Der Stiel ist dick und bauchig, heller als der Hut, im oberen Teil mit einem feinen weißen Netz. Das Fleisch ist weiß, unter der Huthaut leicht bräunlich, und bleibt im Anschnitt weiß.
Wo er wächst
Der Steinpilz lebt in Mykorrhiza mit Fichte, Buche, Eiche und Kiefer, also in fast jedem Wald Deutschlands. Er mag lichte Stellen, Weg- und Waldränder und Moospolster und meidet sehr nasse oder stark gedüngte Böden. Oft steht er in der Nähe des Fliegenpilzes, der ähnliche Bedingungen mag.
Wann
Von Juni bis November, mit dem Schwerpunkt von August bis Oktober. Ein kräftiger Regen auf warmen Boden bringt nach ein bis zwei Wochen den nächsten Schub; deshalb schaut die Karte beim Steinpilz auf den Regen vor 4 bis 14 Tagen.
Wann die Arten der Karte Saison haben, zeigt der Pilzkalender Monat für Monat.
Verwechslung
Der Gallenröhrling (Tylopilus felleus) sieht ihm ähnlich, hat aber rosa Röhren, ein dunkles, grobes Netz am Stiel und schmeckt bitter. Röhrlinge mit roten Röhren oder blauendem Fleisch sind keine Steinpilze.
Wo es in Deutschland Steinpilze gibt: die besten Regionen
Nach Wirtsbäumen und Boden liegen diese zehn Landschaften und Städte mit ihrem Umland für den Steinpilz vorn. Die Punkte (von 100) sind der Wert der Karte ohne Wetter, gemittelt über den Wald der Region.
- Oberpfälzer Wald: 92 Punkte, 38 % Wald, vor allem Fichte
- Fichtelgebirge: 90 Punkte, 48 % Wald, vor allem Fichte (seit 2018 viel Fichte abgestorben)
- Allgäu: 90 Punkte, 29 % Wald, vor allem Fichte
- Erzgebirge: 88 Punkte, 37 % Wald, vor allem Fichte
- Bayerischer Wald: 88 Punkte, 44 % Wald, vor allem Fichte
- Rund um München: 85 Punkte, 27 % Wald, vor allem Fichte
- Schwäbische Alb: 82 Punkte, 43 % Wald, vor allem Buche
- Rund um Regensburg: 81 Punkte, 34 % Wald, vor allem Fichte
- Rund um Augsburg: 81 Punkte, 24 % Wald, vor allem Fichte
- Solling: 79 Punkte, 70 % Wald, vor allem Buche (seit 2018 viel Fichte abgestorben)
Von den Bundesländern schneiden Bayern (81), Sachsen (73) und Baden-Württemberg (71) am besten ab.
Das Wetter ist hier nicht eingerechnet. Ob gerade etwas wächst, hängt vom Regen und der Bodentemperatur der letzten Wochen ab; die aktuelle Chance zeigt die Karte. Wo seit 2018 viele Fichten abgestorben sind, ist das in den Punkten schon eingerechnet, nach Satellitendaten des DLR bis 2025.
Wo es für den Steinpilz gerade am besten aussieht
Stand 10.10., 02:55 Uhr, mit dem Wetter der letzten 14 Tage: Allgäu (etwa 76 von 100), Solling (etwa 65 von 100) und Rund um Hannover (etwa 63 von 100). Alle Arten und Regionen, stündlich neu berechnet, stehen in der Pilzlage, die Chance für jede Waldzelle die Karte.
Womit die Karte für den Steinpilz rechnet
Die Karte färbt jede Zelle nach Wirtsbäumen, Boden und dem Wetter der letzten 14 Tage ein. Für den Steinpilz gelten diese Werte; Frost, Hitze, Schnee und trockene Luft drücken den Wert zusätzlich. Wie das zusammenspielt, steht im Beitrag Wann wachsen Pilze?, und was beim Sammeln erlaubt ist, unter Pilze sammeln: Regeln und Mengen.
- Wirtsbäume
- Fichte, Buche, Eiche und Kiefer zählen voll; Tanne und Birke zur Hälfte; anderes langlebiges Laubholz, Lärche, Douglasie und kurzlebiges Laubholz kaum; Erle gar nicht.
- Lebensraum
- Zu- und Abschläge: Kronendachverlust seit 2017 −0,8.
- Saison
- Hauptsaison August bis Oktober, möglich Juni bis November.
- Nettoregen 4–14 Tage
- Optimum ab 25 mm
- Bodentemperatur
- Optimum 12 bis 15 °C
- Bodenfeuchte 3–9 cm
- Optimum 60 bis 115 % nFK
- Bodenfeuchte 9–27 cm
- Optimum 55 bis 115 % nFK
- Boden
- pH 4,5 bis 6,5, Sand 30 bis 80 %; die Bodenkurven sind bewusst flach.
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