Austernseitling: erkennen, finden, Saison
Pleurotus ostreatus, auch Austernpilz oder Kalbfleischpilz. Muschelförmige graue bis braune Hüte, dachziegelig am Holz, weiße Lamellen bis an den kurzen seitlichen Stiel. An totem Laubholz, vor allem Buche, Hauptsaison Oktober bis Februar.

Erkennen
Die Hüte sind muschel- bis austernförmig, 5 bis 20 cm breit und stehen dachziegelig übereinander. Ihre Farbe reicht von hellgrau über blaugrau bis braun, im Winter meist dunkel. Die weißen Lamellen laufen weit an dem kurzen, seitlich sitzenden Stiel herab. Das Fleisch ist weiß und weich, das Sporenpulver weiß bis blass lila.
Wo er wächst
An totem und geschwächtem Laubholz, vor allem an Buche, außerdem an Pappel und Weide, gern in Auwäldern und Parks. Er lebt vom toten Holz, das auf keiner Karte steht. Die Karte zählt deshalb Buchen und anderes Laubholz, gibt Flussauen einen Zuschlag und Flächen, auf denen seit 2017 das Kronendach verloren ging, einen kleinen.
Wann
Von Oktober bis März. Der Austernseitling braucht einen Kältereiz: Er erscheint, wenn es nach frostigen Nächten wieder ein paar milde Tage gibt. Die Karte zieht bei ihm für Frost nichts ab, sondern wertet den Tiefstwert der letzten 14 Tage und die Höchstwerte der letzten drei Tage aus; unter Schnee wächst er nicht. Im Sommer wächst an ähnlichen Stellen der hellere Lungen-Seitling (Pleurotus pulmonarius).
Wann die Arten der Karte Saison haben, zeigt der Pilzkalender Monat für Monat.
Verwechslung
Der Gelbstielige Muschelseitling (Sarcomyxa serotina) hat einen gelbgrünen bis olivbraunen Hut und einen gelblichen Stiel und erscheint ebenfalls spät im Jahr. Der Ohrförmige Weißseitling (Pleurocybella porrigens) ist reinweiß, dünnfleischig und wächst an Nadelholz; nach seinem Verzehr sind in Japan Menschen gestorben.
Wo es in Deutschland Austernseitlinge gibt: die besten Regionen
Nach Lebensraum und Boden liegen diese zehn Landschaften und Städte mit ihrem Umland für den Austernseitling vorn. Die Punkte (von 100) sind der Wert der Karte ohne Wetter, gemittelt über die Fläche der Region, die die Art nutzen kann.
- Vogelsberg: 61 Punkte, 38 % Wald, vor allem Buche (seit 2018 viel Fichte abgestorben)
- Rund um Kassel: 61 Punkte, 38 % Wald, vor allem Buche
- Taunus: 60 Punkte, 52 % Wald, vor allem Buche
- Schwäbische Alb: 56 Punkte, 43 % Wald, vor allem Buche
- Solling: 55 Punkte, 70 % Wald, vor allem Buche (seit 2018 viel Fichte abgestorben)
- Rhön: 52 Punkte, 42 % Wald, vor allem Buche
- Westerwald: 52 Punkte, 43 % Wald, vor allem Buche (seit 2018 viel Fichte abgestorben)
- Rund um Frankfurt: 52 Punkte, 33 % Wald, vor allem Buche
- Rund um Stuttgart: 51 Punkte, 33 % Wald, vor allem Buche
- Spessart: 51 Punkte, 64 % Wald, vor allem Buche
Von den Bundesländern schneiden Hessen (54), Saarland (52) und Rheinland-Pfalz (49) am besten ab.
Das Wetter ist hier nicht eingerechnet. Ob gerade etwas wächst, hängt vom Regen und der Bodentemperatur der letzten Wochen ab; die aktuelle Chance zeigt die Karte. Wo seit 2018 viele Fichten abgestorben sind, ist das in den Punkten schon eingerechnet, nach Satellitendaten des DLR bis 2025.
Wo es für den Austernseitling gerade am besten aussieht
Stand 10.10., 02:55 Uhr, mit dem Wetter der letzten 14 Tage: Vogelsberg (etwa 28 von 100), Rund um Kassel (etwa 28 von 100) und Taunus (etwa 27 von 100). Alle Arten und Regionen, stündlich neu berechnet, stehen in der Pilzlage, die Chance für jede Waldzelle die Karte.
Womit die Karte für den Austernseitling rechnet
Die Karte färbt jede Zelle nach Lebensraum, Boden und dem Wetter der letzten 14 Tage ein. Für den Austernseitling gelten diese Werte; Hitze, Schnee und trockene Luft drücken den Wert zusätzlich, Frost nicht, weil die Art gerade nach kalten Nächten wächst. Wie das zusammenspielt, steht im Beitrag Wann wachsen Pilze?, und was beim Sammeln erlaubt ist, unter Pilze sammeln: Regeln und Mengen.
- Wirtsbäume
- Buche und kurzlebiges Laubholz zählen voll; anderes langlebiges Laubholz, Birke, Eiche und Erle zur Hälfte; Douglasie, Fichte, Kiefer, Lärche und Tanne kaum.
- Lebensraum
- Außer Wald zählen Parks und Friedhöfe 0,3 und Hecken und Baumreihen 0,2; Zu- und Abschläge: Flussaue +0,4 und Kronendachverlust seit 2017 +0,2.
- Saison
- Hauptsaison Oktober bis Februar, möglich das ganze Jahr.
- Tiefstwert 14 Tage
- Optimum -3 bis 0 °C
- Tageshöchstwert 3 Tage
- Optimum 8 bis 14 °C
- Wasserbilanz 14 Tage
- Optimum ab 15 mm
- Boden
- pH immer, Sand immer; die Bodenkurven sind bewusst flach.
Weitere Pilze
Steinpilz · Pfifferling · Marone · Krause Glucke · Morchel · Maipilz · Schwefelporling · Parasol · Hallimasch · Judasohr · alle Arten