Parasol: erkennen, finden, Saison
Macrolepiota procera, auch Riesenschirmling oder Schirmpilz. Großer Schirm mit braunen Schuppen, langer Stiel mit Natterung und verschiebbarem Ring. Auf Lichtungen, an Waldrändern und auf Wiesen am Wald, Hauptsaison September und Oktober.

Erkennen
Jung sieht er aus wie ein Trommelschlegel, ausgewachsen trägt er einen Schirm von 10 bis 30 cm mit einem dunklen Buckel und groben braunen Schuppen auf hellem Grund. Der Stiel wird bis 40 cm lang, ist schlank, hohl und braun genattert wie eine Schlangenhaut und endet in einer Knolle. Der dicke, doppelte Ring lässt sich am Stiel auf und ab schieben. Die Lamellen sind weiß und stehen frei vom Stiel.
Wo er wächst
In lichten Kiefern-, Eichen- und Mischwäldern, auf Lichtungen und Kahlschlägen, an Wald- und Wegrändern und auf Wiesen und Weiden nahe am Wald, gern auf nährstoffarmem, sandigem Boden. Die Karte zählt dafür Wald, Grünland, Hecken und Parks und gibt Waldrändern und Flächen, auf denen seit 2017 das Kronendach verloren ging, einen Zuschlag.
Wann
Von Juli bis November, Hauptzeit September und Oktober. Er braucht einen warmen Boden und durchdringenden Regen ein bis zwei Wochen vorher, ähnlich wie der Steinpilz.
Wann die Arten der Karte Saison haben, zeigt der Pilzkalender Monat für Monat.
Verwechslung
Die Safranschirmlinge (Chlorophyllum) haben einen glatten, nicht genatterten Stiel, und ihr Fleisch läuft im Schnitt safranrot an; einige sind giftig. Gefährlich sind kleine Schirmlinge (Lepiota) mit Hüten unter 10 cm: Mehrere enthalten dieselben Amatoxine wie der Knollenblätterpilz. Junge, noch geschlossene Parasole lassen sich mit Knollenblätterpilzen und dem Pantherpilz verwechseln. Als Parasol gilt nur, was einen Hut von mehr als 10 cm, einen genatterten Stiel und einen verschiebbaren Ring hat.
Wo es in Deutschland Parasole gibt: die besten Regionen
Nach Lebensraum und Boden liegen diese zehn Landschaften und Städte mit ihrem Umland für den Parasol vorn. Die Punkte (von 100) sind der Wert der Karte ohne Wetter, gemittelt über die Fläche der Region, die die Art nutzen kann.
- Dübener Heide: 96 Punkte, 48 % Wald, vor allem Kiefer
- Schorfheide: 95 Punkte, 53 % Wald, vor allem Kiefer
- Fläming: 95 Punkte, 38 % Wald, vor allem Kiefer
- Lüneburger Heide: 94 Punkte, 42 % Wald, vor allem Kiefer
- Mecklenburgische Seenplatte: 92 Punkte, 31 % Wald, vor allem Kiefer
- Oberpfälzer Wald: 87 Punkte, 38 % Wald, vor allem Fichte
- Sächsische Schweiz: 87 Punkte, 44 % Wald, vor allem Fichte (seit 2018 viel Fichte abgestorben)
- Rund um Nürnberg: 87 Punkte, 38 % Wald, vor allem Kiefer
- Bayerischer Wald: 87 Punkte, 44 % Wald, vor allem Fichte
- In und um Berlin: 86 Punkte, 29 % Wald, vor allem Kiefer
Von den Bundesländern schneiden Brandenburg (89), Mecklenburg-Vorpommern (85) und Sachsen (83) am besten ab.
Das Wetter ist hier nicht eingerechnet. Ob gerade etwas wächst, hängt vom Regen und der Bodentemperatur der letzten Wochen ab; die aktuelle Chance zeigt die Karte. Wo seit 2018 viele Fichten abgestorben sind, ist das in den Punkten schon eingerechnet, nach Satellitendaten des DLR bis 2025.
Wo es für den Parasol gerade am besten aussieht
Stand 10.10., 02:55 Uhr, mit dem Wetter der letzten 14 Tage: Lüneburger Heide (etwa 90 von 100), Sauerland (etwa 75 von 100) und Westerwald (etwa 74 von 100). Alle Arten und Regionen, stündlich neu berechnet, stehen in der Pilzlage, die Chance für jede Waldzelle die Karte.
Womit die Karte für den Parasol rechnet
Die Karte färbt jede Zelle nach Lebensraum, Boden und dem Wetter der letzten 14 Tage ein. Für den Parasol gelten diese Werte; Frost, Hitze, Schnee und trockene Luft drücken den Wert zusätzlich. Wie das zusammenspielt, steht im Beitrag Wann wachsen Pilze?, und was beim Sammeln erlaubt ist, unter Pilze sammeln: Regeln und Mengen.
- Wirtsbäume
- Kiefer, Birke, Eiche und Lärche zählen voll; kurzlebiges Laubholz, Buche, anderes langlebiges Laubholz, Douglasie, Fichte und Tanne zur Hälfte; Erle kaum.
- Lebensraum
- Außer Wald zählen Grünland 0,5, Hecken und Baumreihen 0,5, Streuobst 0,4 und Parks und Friedhöfe 0,5; Zu- und Abschläge: Waldrand +0,5 und Kronendachverlust seit 2017 +0,3.
- Saison
- Hauptsaison September bis Oktober, möglich Juni bis November.
- Nettoregen 4–14 Tage
- Optimum ab 22 mm
- Bodentemperatur
- Optimum 13 bis 19 °C
- Bodenfeuchte 3–9 cm
- Optimum 55 bis 115 % nFK
- Bodenfeuchte 9–27 cm
- Optimum 50 bis 115 % nFK
- Boden
- pH 4,5 bis 7, Sand ab 40 %; die Bodenkurven sind bewusst flach.
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