Pilze sammeln im Mühlviertel
Stand 19.10., 12:50 Uhr: Die besten Chancen haben gerade Judasohr (11 von 100), Hallimasch (9) und Marone (7).
Das Mühlviertel ist zu 48 % bewaldet (1.258 km²), vor allem mit Fichte und anderem Laubholz. Ohne Wetter liegen hier Hallimasch (93 von 100 Punkten), Parasol (92) und Steinpilz (83) vorn.

Pilzkarte im Mühlviertel öffnen
Seit 2018 sind im Mühlviertel große Fichtenbestände durch Trockenheit, Sturm und Borkenkäfer abgestorben oder geräumt worden. Die Baumartenkarte von 2020 zeigt einen Teil davon noch als Fichtenwald, deshalb rechnet die Karte mit Satellitendaten der University of Maryland (Global Forest Change) nach: Wo das Kronendach seit 2018 fehlt, zählt die Fläche für Steinpilz, Pfifferling und Marone kaum noch. Für den Hallimasch zählt sie dagegen mehr, er lebt von geschwächten und toten Bäumen.
Das Mühlviertel nördlich der Donau umfasst rund 3080 km² und steigt von 228 m an der Donau auf 1378 m am Plöckenstein im Böhmerwald. Der Untergrund ist Granit und Gneis, die Böden sind sauer. Die größten Wälder liegen im Freiwald und im Weinsberger Wald, im Hügelland zwischen 700 und 1100 m sind 60 bis 70 Prozent der Fläche bewaldet. Es überwiegt die Fichte, Buche, Tanne und Esche gibt es nur noch in Resten. Das passt zum Steinpilz unter Fichte und zu Marone und Eierschwammerl auf dem sauren Boden. Seit 2018 hat der Borkenkäfer im Mühl- und Waldviertel mehr Fichten getötet als irgendwo sonst in Österreich, an den toten Fichten wächst der Hallimasch. In Oberösterreich gilt die Grenze des Forstgesetzes von zwei Kilogramm pro Person und Tag, und einige Arten wie Riesenbovist, Bischofsmütze und Brätling sind ganzjährig geschützt. Ohne Auto fährst du mit der Mühlkreisbahn von Linz Urfahr über Neufelden und Haslach nach Rohrbach-Berg und Aigen-Schlägl, mit der S3 nach Pregarten und mit Regionalzügen weiter Richtung Summerau.
Aktuelles Wetter im Mühlviertel
Wetterfaktor aus 30 Rasterpunkten, auf die mittlere Höhe des Waldes von 671 m umgerechnet, Stand 19.10., 12:50 Uhr. Zusammen mit Lebensraum und Boden ergibt das gerade eine Chance von etwa Steinpilz 6, Pfifferling 3, Marone 7, Krause Glucke 4, Schwefelporling 1, Parasol 6, Hallimasch 9, Austernseitling 4 und Judasohr 11 von 100 Punkten; genauer zeigt es die Karte. Gerade keine Saison: Morchel und Maipilz.
Was hinter dem Wetterfaktor steckt, erklärt der Beitrag Wann wachsen Pilze? Was beim Sammeln in Österreich erlaubt ist, steht mit den Gesetzesstellen im Beitrag Pilze sammeln in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. Wie es gerade in ganz Österreich aussieht, zeigt die Pilzlage.
Der Wald
- Fläche
- 2.644 km², davon 1.258 km² Wald (48 %)
- Baumarten
- Fichte 78 %, anderes Laubholz 14 %, Buche 4 %, Kiefer 2 % (Anteil an der Waldfläche nach der je 10 m dominanten Gattung nach der ForestPaths-Karte von 2020)
- Boden
- pH 5,4, Sand 39 % (Median unter Wald)
Welche Pilze
- Steinpilz
- 83 von 100 Punkten aus Wirtsbäumen und Boden, Hauptsaison August bis Oktober.
- Pfifferling
- 73 von 100 Punkten aus Wirtsbäumen und Boden, Hauptsaison Juli bis Oktober.
- Marone
- 71 von 100 Punkten aus Wirtsbäumen und Boden, Hauptsaison September bis Oktober.
- Krause Glucke
- 25 von 100 Punkten aus Wirtsbäumen und Boden, Hauptsaison September bis Oktober.
- Morchel
- 20 von 100 Punkten aus Lebensraum und Boden, Hauptsaison April bis Mai.
- Maipilz
- 46 von 100 Punkten aus Lebensraum und Boden, Hauptsaison April bis Mai.
- Schwefelporling
- 17 von 100 Punkten aus Lebensraum und Boden, Hauptsaison Mai bis Juni und August bis September.
- Parasol
- 92 von 100 Punkten aus Lebensraum und Boden, Hauptsaison September bis Oktober.
- Hallimasch
- 93 von 100 Punkten aus Lebensraum und Boden, Hauptsaison Oktober bis November.
- Austernseitling
- 19 von 100 Punkten aus Lebensraum und Boden, Hauptsaison Oktober bis Februar.
- Judasohr
- 51 von 100 Punkten aus Lebensraum und Boden, Hauptsaison November bis Mai.
Gute Ecken für Steinpilze
Bewertet nach Wirtsbäumen und Boden in Blöcken von 3 × 3 km, ohne Wetter; was davon gerade zu erwarten ist, zeigt die Karte. Blöcke in Nationalparks sind ausgelassen (Grenzen: OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL), Ortsnamen von GeoNames (CC BY 4.0); in Naturschutzgebieten und Kernzonen gelten eigene Regeln, Sammeln ist dort meist verboten oder eingeschränkt.
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