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Morchel: erkennen, finden, Saison

Morchella, auch Speisemorchel oder Spitzmorchel. Wabenartiger Hut mit Gruben und Rippen, innen vom Hut bis zum Stielgrund hohl. In Auwäldern, alten Obstwiesen und Parks auf kalkreichem Boden, Hauptsaison April und Mai.

Speisemorchel mit gelblich-braunem, wabenartigem Hut im Gras
Foto: Quentin Groom, CC0, Wikimedia Commons

Erkennen

Morcheln werden 3 bis 15 cm hoch. Der Hut ist von Gruben und Rippen durchzogen wie eine Bienenwabe und sitzt fest auf einem weißlichen, körnigen Stiel. Die Speisemorchel (Morchella esculenta) ist rundlich bis eiförmig und gelblich bis ockerbraun, die Spitzmorchel (Morchella elata und Verwandte) kegelförmig, dunkler und mit längs laufenden Rippen. Das sicherste Merkmal zeigt ein Längsschnitt: Hut und Stiel bilden einen einzigen, durchgehenden Hohlraum.

Wo sie wächst

Die Speisemorchel steht in Auwäldern unter Esche, Ulme und Pappel, in alten Streuobstwiesen, an Waldrändern und in Parks, fast immer auf kalk- oder nährstoffreichem Boden. Die Spitzmorchel mag es gestörter: Rindenmulch in Gärten und Anlagen, Holzlagerplätze, Brandstellen und Nadelwald. Beides zusammen macht die Morchel schwer vorherzusagen. Die Karte rechnet deshalb mit Laubholz, Streuobst, Parks und Hecken und gibt Flussauen einen Zuschlag; Mulchbeete und Brandstellen kennt sie nicht.

Wann

Von März bis Mai, mit dem Schwerpunkt im April. Morcheln kommen, wenn sich der Boden im Frühjahr dauerhaft auf etwa 8 bis 10 °C erwärmt hat und es feucht genug ist. Die Karte schaut deshalb nicht nur auf die Bodentemperatur der letzten Woche, sondern auch auf das Mittel über zwei Wochen, damit ein einzelner warmer Märztag nicht zählt.

Wann die Arten der Karte Saison haben, zeigt der Pilzkalender Monat für Monat.

Verwechslung

Gefährlich ist die Frühjahrs-Giftlorchel (Gyromitra esculenta): Ihr Hut ist nicht wabig, sondern hirnartig gewunden und rotbraun, und im Längsschnitt ist sie innen gekammert statt durchgehend hohl. Sie enthält Gyromitrin, das Leber und Nerven schädigt, und hat schon tödliche Vergiftungen verursacht. Die Käppchenmorchel (Morchella semilibera) hat einen kleinen Hut, dessen unterer Rand frei vom Stiel absteht.

Alle Morcheln stehen unter Artenschutz und dürfen nur in kleinen Mengen für den eigenen Bedarf gesammelt werden.

Wo es in Deutschland Morcheln gibt: die besten Regionen

Nach Lebensraum und Boden liegen diese zehn Landschaften und Städte mit ihrem Umland für die Morchel vorn. Die Punkte (von 100) sind der Wert der Karte ohne Wetter, gemittelt über die Fläche der Region, die die Art nutzen kann.

  1. Rund um Leipzig: 36 Punkte, 13 % Wald, vor allem Eiche
  2. Rund um Stuttgart: 33 Punkte, 33 % Wald, vor allem Buche
  3. Rund um Rostock: 32 Punkte, 13 % Wald, vor allem Buche
  4. Rund um Augsburg: 32 Punkte, 24 % Wald, vor allem Fichte
  5. Rund um Karlsruhe: 31 Punkte, 36 % Wald, vor allem Buche
  6. In und um Hamburg: 31 Punkte, 16 % Wald, vor allem Fichte
  7. Rund um Frankfurt: 30 Punkte, 33 % Wald, vor allem Buche
  8. Rund um München: 29 Punkte, 27 % Wald, vor allem Fichte
  9. In und um Bremen: 28 Punkte, 13 % Wald, vor allem Eiche
  10. Rund um Köln: 28 Punkte, 19 % Wald, vor allem Eiche

Von den Bundesländern schneiden Saarland (28), Baden-Württemberg (27) und Schleswig-Holstein (26) am besten ab.

Das Wetter ist hier nicht eingerechnet. Ob gerade etwas wächst, hängt vom Regen und der Bodentemperatur der letzten Wochen ab; die aktuelle Chance zeigt die Karte.

Gerade am besten

Stand 10.10., 02:55 Uhr: Für die Morchel ist gerade keine Saison, sie beginnt im März. Welche Arten jetzt wachsen, zeigt die Pilzlage.

Womit die Karte für die Morchel rechnet

Die Karte färbt jede Zelle nach Lebensraum, Boden und dem Wetter der letzten 14 Tage ein. Für die Morchel gelten diese Werte; Frost, Hitze, Schnee und trockene Luft drücken den Wert zusätzlich. Wie das zusammenspielt, steht im Beitrag Wann wachsen Pilze?, und was beim Sammeln erlaubt ist, unter Pilze sammeln: Regeln und Mengen.

Wirtsbäume
anderes langlebiges Laubholz zählen voll; Erle, kurzlebiges Laubholz und Eiche zur Hälfte; Birke, Buche, Douglasie, Fichte, Kiefer, Lärche und Tanne kaum.
Lebensraum
Außer Wald zählen Streuobst 1, Parks und Friedhöfe 0,6 und Hecken und Baumreihen 0,4; Zu- und Abschläge: Flussaue +0,5.
Saison
Hauptsaison April bis Mai, möglich März bis Mai.
Bodentemperatur
Optimum 9 bis 14 °C
Bodentemperatur 14 Tage
Optimum 8 bis 16 °C
Bodenfeuchte 3–9 cm
Optimum 60 bis 120 % nFK
Nettoregen 4–14 Tage
Optimum ab 15 mm
Boden
pH ab 7, Sand bis 60 %; die Bodenkurven sind bewusst flach.

Morchel auf der Karte

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