Morchel: erkennen, finden, Saison
Morchella, auch Speisemorchel oder Spitzmorchel. Wabenartiger Hut mit Gruben und Rippen, innen vom Hut bis zum Stielgrund hohl. In Auwäldern, alten Obstwiesen und Parks auf kalkreichem Boden, Hauptsaison April und Mai.

Erkennen
Morcheln werden 3 bis 15 cm hoch. Der Hut ist von Gruben und Rippen durchzogen wie eine Bienenwabe und sitzt fest auf einem weißlichen, körnigen Stiel. Die Speisemorchel (Morchella esculenta) ist rundlich bis eiförmig und gelblich bis ockerbraun, die Spitzmorchel (Morchella elata und Verwandte) kegelförmig, dunkler und mit längs laufenden Rippen. Das sicherste Merkmal zeigt ein Längsschnitt: Hut und Stiel bilden einen einzigen, durchgehenden Hohlraum.
Wo sie wächst
Die Speisemorchel steht in Auwäldern unter Esche, Ulme und Pappel, in alten Streuobstwiesen, an Waldrändern und in Parks, fast immer auf kalk- oder nährstoffreichem Boden. Die Spitzmorchel mag es gestörter: Rindenmulch in Gärten und Anlagen, Holzlagerplätze, Brandstellen und Nadelwald. Beides zusammen macht die Morchel schwer vorherzusagen. Die Karte rechnet deshalb mit Laubholz, Streuobst, Parks und Hecken und gibt Flussauen einen Zuschlag; Mulchbeete und Brandstellen kennt sie nicht.
Wann
Von März bis Mai, mit dem Schwerpunkt im April. Morcheln kommen, wenn sich der Boden im Frühjahr dauerhaft auf etwa 8 bis 10 °C erwärmt hat und es feucht genug ist. Die Karte schaut deshalb nicht nur auf die Bodentemperatur der letzten Woche, sondern auch auf das Mittel über zwei Wochen, damit ein einzelner warmer Märztag nicht zählt.
Wann die Arten der Karte Saison haben, zeigt der Pilzkalender Monat für Monat.
Verwechslung
Gefährlich ist die Frühjahrs-Giftlorchel (Gyromitra esculenta): Ihr Hut ist nicht wabig, sondern hirnartig gewunden und rotbraun, und im Längsschnitt ist sie innen gekammert statt durchgehend hohl. Sie enthält Gyromitrin, das Leber und Nerven schädigt, und hat schon tödliche Vergiftungen verursacht. Die Käppchenmorchel (Morchella semilibera) hat einen kleinen Hut, dessen unterer Rand frei vom Stiel absteht.
Alle Morcheln stehen unter Artenschutz und dürfen nur in kleinen Mengen für den eigenen Bedarf gesammelt werden.
Wo es in Deutschland Morcheln gibt: die besten Regionen
Nach Lebensraum und Boden liegen diese zehn Landschaften und Städte mit ihrem Umland für die Morchel vorn. Die Punkte (von 100) sind der Wert der Karte ohne Wetter, gemittelt über die Fläche der Region, die die Art nutzen kann.
- Rund um Leipzig: 36 Punkte, 13 % Wald, vor allem Eiche
- Rund um Stuttgart: 33 Punkte, 33 % Wald, vor allem Buche
- Rund um Rostock: 32 Punkte, 13 % Wald, vor allem Buche
- Rund um Augsburg: 32 Punkte, 24 % Wald, vor allem Fichte
- Rund um Karlsruhe: 31 Punkte, 36 % Wald, vor allem Buche
- In und um Hamburg: 31 Punkte, 16 % Wald, vor allem Fichte
- Rund um Frankfurt: 30 Punkte, 33 % Wald, vor allem Buche
- Rund um München: 29 Punkte, 27 % Wald, vor allem Fichte
- In und um Bremen: 28 Punkte, 13 % Wald, vor allem Eiche
- Rund um Köln: 28 Punkte, 19 % Wald, vor allem Eiche
Von den Bundesländern schneiden Saarland (28), Baden-Württemberg (27) und Schleswig-Holstein (26) am besten ab.
Das Wetter ist hier nicht eingerechnet. Ob gerade etwas wächst, hängt vom Regen und der Bodentemperatur der letzten Wochen ab; die aktuelle Chance zeigt die Karte.
Gerade am besten
Stand 10.10., 02:55 Uhr: Für die Morchel ist gerade keine Saison, sie beginnt im März. Welche Arten jetzt wachsen, zeigt die Pilzlage.
Womit die Karte für die Morchel rechnet
Die Karte färbt jede Zelle nach Lebensraum, Boden und dem Wetter der letzten 14 Tage ein. Für die Morchel gelten diese Werte; Frost, Hitze, Schnee und trockene Luft drücken den Wert zusätzlich. Wie das zusammenspielt, steht im Beitrag Wann wachsen Pilze?, und was beim Sammeln erlaubt ist, unter Pilze sammeln: Regeln und Mengen.
- Wirtsbäume
- anderes langlebiges Laubholz zählen voll; Erle, kurzlebiges Laubholz und Eiche zur Hälfte; Birke, Buche, Douglasie, Fichte, Kiefer, Lärche und Tanne kaum.
- Lebensraum
- Außer Wald zählen Streuobst 1, Parks und Friedhöfe 0,6 und Hecken und Baumreihen 0,4; Zu- und Abschläge: Flussaue +0,5.
- Saison
- Hauptsaison April bis Mai, möglich März bis Mai.
- Bodentemperatur
- Optimum 9 bis 14 °C
- Bodentemperatur 14 Tage
- Optimum 8 bis 16 °C
- Bodenfeuchte 3–9 cm
- Optimum 60 bis 120 % nFK
- Nettoregen 4–14 Tage
- Optimum ab 15 mm
- Boden
- pH ab 7, Sand bis 60 %; die Bodenkurven sind bewusst flach.
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