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Pilzsaison 2026: Zwischenstand

Von Josef, 23. September 2026

Die Pilzsaison 2026 ist spät in Gang gekommen und sehr ungleich verteilt. Stand 23. September liegen das Erzgebirge, das Allgäu und der Bayerische Wald für Steinpilz und Pfifferling klar vorn. Von der Eifel über den Pfälzerwald bis zum Schwarzwald ist es dagegen so trocken, dass die Karte dort wenig erwartet. Der Grund ist ein Sommer mit halbem Juli-Regen, einer heißen ersten Augusthälfte und einem September, in dem im Südwesten fast nichts gefallen ist.

Karte der Steinpilz-Chance am 23. September 2026: grün im Erzgebirge, im Thüringer Wald und im Bayerischen Wald, rot von der Eifel bis zum Schwarzwald
Die Karte für den Steinpilz am 23. September 2026. Kartengrundlage © OpenStreetMap-Mitwirkende

Wo es gerade am besten aussieht

Die Pilzlage rechnet jede Stunde für 63 Regionen aus, wie gut Lebensraum, Boden und das Wetter der letzten 14 Tage zusammenpassen, als Chance von 0 bis 100. Am Abend des 23. September lagen diese Regionen vorn:

Im Erzgebirge liegt der Wetterfaktor für den Steinpilz bei 94 %: Regen, Bodentemperatur und Bodenfeuchte der letzten zwei Wochen passen dort fast perfekt. Im Thüringer Wald (85 %) und im Sauerland (86 %) ist das Wetter kaum schlechter. Im Thüringer Wald und in der Sächsischen Schweiz sind seit 2018 viele Fichten abgestorben; die Karte rechnet das schon ein, und beide liegen trotzdem weit oben.

Nach Bundesländern führt beim Steinpilz Sachsen mit 59, vor Schleswig-Holstein (54), Bayern (51) und Thüringen (50). In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg liegt der Parasol vorn, mit 61 und 54.

Im Südwesten ist es zu trocken

Vom 1. bis 22. September fielen im Pfälzerwald nach dem Wettermodell 7 mm Regen, in der Eifel 14 mm, im Schwarzwald 23 mm. In den zehn Waldgebieten, für die der Pilzkalender das Klima auswertet, fallen im ganzen September im Mittel 65 mm.

Entsprechend niedrig ist der Wetterfaktor für den Steinpilz: Pfälzerwald 12 %, Hunsrück 20 %, Schwarzwald 26 %, Eifel 29 %. Auf der Karte oben ist das die rote Fläche von Trier bis Freiburg. Bei den Bundesländern kommt Rheinland-Pfalz auf 17, das Saarland auf 8 und Baden-Württemberg auf 29. Wer dort sucht, hat am ehesten in tiefen, schattigen Tälern und an Bächen eine Chance, wo der Boden länger feucht bleibt; die Karte rechnet mit Quadratkilometern und sieht solche Stellen nicht.

Der Sommer 2026 in Zahlen

Mittel über dieselben zehn Waldgebiete wie im Pilzkalender, von der Lüneburger Heide bis zum Schwarzwald, verglichen mit den Jahren 2010 bis 2024:

Die Hitze Anfang August war für den Steinpilz das größere Problem als der fehlende Regen. Die Karte setzt für ihn 12 bis 15 °C Bodentemperatur als ideal an, bei 20 °C bleiben 40 % davon. Erst der kühle, nasse Umschwung Mitte August hat die Bedingungen gedreht, und weil zwischen Regen und Pilzen etwa eine bis zwei Wochen liegen, passte es in den meisten Gegenden erst ab Ende August. Warum das so ist, steht im Beitrag Wann wachsen Pilze?

Die Werte sind Tageswerte eines Wettermodells aus dem Archiv von Open-Meteo für den Mittelpunkt jedes Gebiets, keine Stationsmessungen. Einzelne Täler und Höhenlagen weichen davon ab, und einzelne Gewitter trifft ein Wettermodell mit seinem groben Raster nur ungefähr.

Was im Oktober kommt

Die Karte ist keine Vorhersage, sie liest das Wetter der letzten 14 Tage. Was sich trotzdem sagen lässt:

Was die Zahlen heißen

Die Chance beschreibt, wie gut Lebensraum, Boden und Wetter zusammenpassen, keine Funde. Eine 83 im Erzgebirge heißt nicht, dass dort Körbe voll Steinpilze warten, sondern dass kaum eine andere Region gerade bessere Bedingungen hat. Umgekehrt kann an einem feuchten Hang im Pfälzerwald trotzdem etwas stehen. Wenn die Karte in deiner Gegend deutlich danebenliegt, hilft ein Hinweis beim Nachjustieren; die Adresse steht im Impressum.

Ende Oktober folgt an dieser Stelle der nächste Zwischenstand. Bis dahin steht die Lage jede Stunde neu in der Pilzlage, und die Karte zeigt sie für jeden Quadratkilometer.