Pilzsaison 2026: Zwischenstand
Die Pilzsaison 2026 ist spät in Gang gekommen und sehr ungleich verteilt. Stand 23. September liegen das Erzgebirge, das Allgäu und der Bayerische Wald für Steinpilz und Pfifferling klar vorn. Von der Eifel über den Pfälzerwald bis zum Schwarzwald ist es dagegen so trocken, dass die Karte dort wenig erwartet. Der Grund ist ein Sommer mit halbem Juli-Regen, einer heißen ersten Augusthälfte und einem September, in dem im Südwesten fast nichts gefallen ist.

Wo es gerade am besten aussieht
Die Pilzlage rechnet jede Stunde für 63 Regionen aus, wie gut Lebensraum, Boden und das Wetter der letzten 14 Tage zusammenpassen, als Chance von 0 bis 100. Am Abend des 23. September lagen diese Regionen vorn:
- Steinpilz: Erzgebirge 83, Allgäu 81, Bayerischer Wald 72, Thüringer Wald 65, Fränkische Schweiz 64
- Pfifferling: Erzgebirge 70, Allgäu 58, Bayerischer Wald 56, Sächsische Schweiz 53
- Parasol: Sächsische Schweiz 69, Mecklenburgische Seenplatte 67, Erzgebirge 65
- Marone: Erzgebirge 59, Bayerischer Wald 52, Allgäu 50
- Krause Glucke: Fläming 48, Schorfheide 44, in und um Berlin 43
Im Erzgebirge liegt der Wetterfaktor für den Steinpilz bei 94 %: Regen, Bodentemperatur und Bodenfeuchte der letzten zwei Wochen passen dort fast perfekt. Im Thüringer Wald (85 %) und im Sauerland (86 %) ist das Wetter kaum schlechter. Im Thüringer Wald und in der Sächsischen Schweiz sind seit 2018 viele Fichten abgestorben; die Karte rechnet das schon ein, und beide liegen trotzdem weit oben.
Nach Bundesländern führt beim Steinpilz Sachsen mit 59, vor Schleswig-Holstein (54), Bayern (51) und Thüringen (50). In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg liegt der Parasol vorn, mit 61 und 54.
Im Südwesten ist es zu trocken
Vom 1. bis 22. September fielen im Pfälzerwald nach dem Wettermodell 7 mm Regen, in der Eifel 14 mm, im Schwarzwald 23 mm. In den zehn Waldgebieten, für die der Pilzkalender das Klima auswertet, fallen im ganzen September im Mittel 65 mm.
Entsprechend niedrig ist der Wetterfaktor für den Steinpilz: Pfälzerwald 12 %, Hunsrück 20 %, Schwarzwald 26 %, Eifel 29 %. Auf der Karte oben ist das die rote Fläche von Trier bis Freiburg. Bei den Bundesländern kommt Rheinland-Pfalz auf 17, das Saarland auf 8 und Baden-Württemberg auf 29. Wer dort sucht, hat am ehesten in tiefen, schattigen Tälern und an Bächen eine Chance, wo der Boden länger feucht bleibt; die Karte rechnet mit Quadratkilometern und sieht solche Stellen nicht.
Der Sommer 2026 in Zahlen
Mittel über dieselben zehn Waldgebiete wie im Pilzkalender, von der Lüneburger Heide bis zum Schwarzwald, verglichen mit den Jahren 2010 bis 2024:
- Juni: 76 mm Regen, fast genau das Mittel von 79 mm. Aber heiß: im Schnitt sieben Tage mit 30 °C oder mehr, der Boden mit 18,0 °C gut anderthalb Grad wärmer als sonst.
- Juli: 45 mm statt 86, also gut die Hälfte. In der Eifel und im Pfälzerwald waren es je 16 mm.
- August: 67 mm statt 84, und fast alles in der zweiten Hälfte. Vom 27. Juli bis zum 16. August fielen zusammen 18 mm, die Höchstwerte lagen im Schnitt bei 28 °C, der Boden bei 21 °C. Um den 17. August kam der Umschwung: 33 mm in einer Woche, die Höchstwerte fielen auf 20 °C, der Boden auf 17 °C.
- September bis zum 22.: 30 mm, wo bis zu diesem Tag im Mittel etwa 48 mm zu erwarten wären. Der Boden kühlt normal ab, auf gut 15 °C.
Die Hitze Anfang August war für den Steinpilz das größere Problem als der fehlende Regen. Die Karte setzt für ihn 12 bis 15 °C Bodentemperatur als ideal an, bei 20 °C bleiben 40 % davon. Erst der kühle, nasse Umschwung Mitte August hat die Bedingungen gedreht, und weil zwischen Regen und Pilzen etwa eine bis zwei Wochen liegen, passte es in den meisten Gegenden erst ab Ende August. Warum das so ist, steht im Beitrag Wann wachsen Pilze?
Die Werte sind Tageswerte eines Wettermodells aus dem Archiv von Open-Meteo für den Mittelpunkt jedes Gebiets, keine Stationsmessungen. Einzelne Täler und Höhenlagen weichen davon ab, und einzelne Gewitter trifft ein Wettermodell mit seinem groben Raster nur ungefähr.
Was im Oktober kommt
Die Karte ist keine Vorhersage, sie liest das Wetter der letzten 14 Tage. Was sich trotzdem sagen lässt:
- Steinpilz: Die Jahreszeitenkurve der Karte steht von Mitte September bis in die zweite Oktoberhälfte ganz oben. Wo es geregnet hat, ist jetzt die beste Zeit.
- Hallimasch: Sein Wetterfaktor liegt über ganz Deutschland erst bei 35 %, vor allem weil seine Saison gerade erst anfängt. Die Karte erreicht für ihn Anfang Oktober den vollen Wert. Kommt dann noch Regen, ist er der Pilz des Oktobers. Vorn liegen schon jetzt Erzgebirge, Thüringer Wald, Sächsische Schweiz und Sauerland.
- Marone: kommt mit kühlem Boden gut zurecht und hält bis zum ersten harten Frost.
- Südwesten: braucht einen kräftigen Landregen. Die Karte zählt den Regen der Tage 4 bis 14 vor heute, nach einem solchen Regen wird es dort also nach wenigen Tagen grün; die Pilze selbst folgen etwa eine bis zwei Wochen nach dem Regen.
Was die Zahlen heißen
Die Chance beschreibt, wie gut Lebensraum, Boden und Wetter zusammenpassen, keine Funde. Eine 83 im Erzgebirge heißt nicht, dass dort Körbe voll Steinpilze warten, sondern dass kaum eine andere Region gerade bessere Bedingungen hat. Umgekehrt kann an einem feuchten Hang im Pfälzerwald trotzdem etwas stehen. Wenn die Karte in deiner Gegend deutlich danebenliegt, hilft ein Hinweis beim Nachjustieren; die Adresse steht im Impressum.
Ende Oktober folgt an dieser Stelle der nächste Zwischenstand. Bis dahin steht die Lage jede Stunde neu in der Pilzlage, und die Karte zeigt sie für jeden Quadratkilometer.