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Steinpilze finden: wo und wann sie wachsen

Von Josef, 28. September 2026

Steinpilze wachsen dort, wo ihre Bäume stehen, und dann, wenn nach einem kräftigen Regen der Boden noch warm, aber nicht mehr heiß ist. Die Hauptsaison geht von August bis Oktober. Hier steht, worauf es ankommt, mit den Zahlen, mit denen die Karte für den Steinpilz rechnet, und mit den Regionen, in denen er in Deutschland die besten Bedingungen findet.

Karte der Wirtsbäume für den Steinpilz in der Mitte und im Süden Deutschlands: grün vom Allgäu über den Bayerischen Wald bis ins Erzgebirge, gelb bis rot im Siegerland, im Frankenwald und am Oberrhein
Wo die Wirtsbäume des Steinpilzes stehen, von rot (kaum) bis grün (viele). Kartengrundlage © OpenStreetMap-Mitwirkende

Unter welchen Bäumen wachsen Steinpilze?

Der Steinpilz lebt in Mykorrhiza mit Bäumen: Sein Geflecht umspinnt die Feinwurzeln und tauscht Wasser und Nährsalze gegen Zucker. Ohne passenden Baum gibt es keinen Steinpilz, egal wie gut das Wetter ist. Am häufigsten steht er unter Fichte und Buche, dazu unter Eiche und Kiefer. Die Karte gibt jeder Baumart ein Gewicht zwischen 0 und 1: Fichte 1,0, Buche 0,95, Eiche 0,85, Kiefer 0,8, Tanne 0,6, Birke 0,5, Lärche 0,2, Douglasie 0,15, Erle gar nicht. Das übrige langlebige Laubholz zählt 0,35: Die Baumartenkarte fasst dort Hainbuche und Linde, unter denen der Steinpilz wächst, mit Esche und Ahorn zusammen, unter denen er nicht wächst.

Die Kiefer zählt etwas weniger, weil unter ihr oft der Kiefern-Steinpilz steht, eine eigene Art mit rotbraunem Hut. Im Wald selbst findest du Steinpilze eher an lichten Stellen, an Weg- und Waldrändern und in Moospolstern als im dichten, dunklen Bestand. Wo einer stand, kommen oft über Jahre wieder welche, denn das Geflecht im Boden lebt so lange wie sein Baum.

Das gilt auch umgekehrt: Stirbt der Baum, stirbt die Mykorrhiza. Wo seit 2017 das Kronendach verloren gegangen ist, vor allem durch abgestorbene Fichten, zieht die Karte die Eignung um das 0,8-Fache des Anteils dieser Fläche ab. Eine geräumte Fichtenfläche ist für Steinpilze leer, auch wenn sie auf älteren Karten noch als Fichtenwald erscheint.

Welcher Boden passt?

Der Steinpilz ist beim Boden toleranter als Pfifferling und Marone. Die Karte rechnet mit dem vollen Wert bei einem pH von 4,5 bis 6,5 und einem Sandanteil von 30 bis 80 %, darunter und darüber sinkt er langsam. Sehr saure Böden um pH 3 zählen noch zu 60 %. Auf nassen, staunassen Böden und auf gedüngten Flächen wächst er kaum. Der Boden verschiebt die Chance aber nur, er entscheidet sie nicht: Der Baum ist wichtiger.

Wann ist Steinpilzzeit?

Die Karte folgt beim Steinpilz dem Anteil der Fundmeldungen je Monat in Deutschland. Hauptsaison ist von August bis Oktober, möglich sind Funde von Juni bis November. Am meisten wird zwischen etwa dem 17. September und dem 23. Oktober gefunden, danach fällt die Kurve schnell ab.

Die frühen Funde im Juni und Juli sind meist der Sommer-Steinpilz, eine nahe verwandte Art unter Eiche und Buche mit hellerem, oft feinrissigem Hut. Welche anderen Arten wann Saison haben, zeigt der Pilzkalender.

Bei welcher Temperatur wachsen Steinpilze?

Entscheidend ist nicht die Luft, sondern der Boden, gemessen als Wochenmittel in 6 und 18 cm Tiefe. Der Steinpilz mag es kühler, als viele denken: In einem Bielefelder Buchenwald wurden zehn Jahre lang täglich Fruchtkörper gezählt, das Optimum lag bei 13 °C, über 17 °C kam kaum noch etwas. Die Karte setzt den vollen Wert bei 12 bis 15 °C an. Darüber sinkt er: bei 17 °C 75 %, bei 20 °C 40 %, bei 24 °C nichts mehr. Nach unten ist er etwas großzügiger: bei 10 °C 85 %, bei 8 °C 35 %, bei 4 °C nichts mehr.

Darum kommt im Hochsommer trotz Regen oft wenig, und darum ist der September so gut: Der Boden kühlt ab, hat aber noch genug Wärme.

Die Luft zählt zusätzlich an beiden Enden. Liegen die Tageshöchstwerte im Mittel der letzten Woche über 27 °C, drückt die Karte die Chance auf 85 %, über 30 °C auf 60 %. Frost in den letzten Tagen drückt sie ebenfalls: unter 1 °C auf 85 %, unter −1 °C auf 60 %, unter −4 °C auf 25 %. Leichter Bodenfrost beendet die Saison noch nicht, ein harter schon.

Wie lange nach Regen wachsen Steinpilze?

Etwa eine bis zwei Wochen. Ein kräftiger Regen auf warmen Boden stößt die Fruchtkörper an, sichtbar werden sie aber erst Tage später. Die Karte zählt deshalb den Regen der Tage 4 bis 14 vor heute, was in den letzten drei Tagen gefallen ist, zählt noch nicht. Gerechnet wird mit dem Regen, der nach der Verdunstung übrig bleibt: Unter 2 mm zählt er nicht, 8 mm bringen 40 %, ab 25 mm zählt er voll.

Dazu muss der Boden feucht bleiben. Die Karte liest die Bodenfeuchte als Anteil dessen, was der Boden halten kann, und setzt beim Steinpilz den vollen Wert bei 60 bis 115 % nFK in 3 bis 9 cm und 55 bis 115 % nFK in 9 bis 27 cm Tiefe an. Ein Guss nach einer langen Trockenzeit versickert im ausgedörrten Boden, die Bodenfeuchte bleibt niedrig, und die Karte gibt entsprechend weniger. Trockene Luft über zwei Tage lässt junge Fruchtkörper auch auf feuchtem Boden vertrocknen.

Für die Suche heißt das: Nach einem ergiebigen Regen im August oder September lohnt der Blick nach etwa zehn Tagen, und dann wieder, solange der Boden feucht und nicht zu warm ist. Wie die Karte all das zusammenrechnet, steht im Beitrag Wann wachsen Pilze?

Wo in Deutschland gibt es die meisten Steinpilze?

Die Regionsseiten rechnen für jede Landschaft und jedes Stadtumland aus, wie gut Baumarten und Boden zum Steinpilz passen, als Punkte von 0 bis 100 ohne Wetter. Vorn liegen die fichtenreichen Wälder Ostbayerns, das Erzgebirge und das Allgäu:

Von den Bundesländern kommen Bayern (81), Sachsen (73) und Baden-Württemberg (71) am besten weg. Die vollständige Liste der zehn besten Regionen steht auf der Seite zum Steinpilz.

Viel Wald heißt nicht automatisch viele Steinpilze. Der Harz ist zu 73 % bewaldet, kommt aber nur auf 59 Punkte: Ein großer Teil seiner Fichten ist seit 2018 abgestorben oder geräumt, und mit dem Baum verschwindet auch der Steinpilz. Die Karte zieht Flächen ohne Kronendach deshalb stark ab.

Die Punkte sagen, wo es sich in einem normalen Jahr lohnt. Ob es gerade wächst, entscheidet das Wetter, und das kann eine gute Region wochenlang leer lassen. Welche Regionen gerade vorn liegen, zeigt die stündlich neu berechnete Pilzlage.

Steinpilze im Schwarzwald

Der Schwarzwald ist zu 62 % bewaldet und hat saure Böden, die dem Steinpilz liegen. Trotzdem steht er mit 72 Punkten nur auf Platz 12 von 30 Landschaften. Der Grund ist vor allem die Tanne: Sie macht 37 % seines Waldes aus, und die Karte lässt sie für den Steinpilz nur mit 0,6 zählen, die Fichte voll. Dazu kommen 8 % Douglasie, die mit 0,15 kaum zählt. Am meisten versprechen deshalb die Stellen, an denen Fichte und Buche überwiegen.

Die besten Blöcke nach Baumarten und Boden liegen bei Kaltenbronn (Gernsbach), bei Urach (Vöhrenbach), bei Althütte (Schluchsee), bei Notschrei und bei Unterstmatt. Der Nationalpark Schwarzwald ist dabei ausgelassen, dort ist Sammeln verboten.

Am Westrand kommt das Umland von Freiburg auf 75 Punkte. Ob der Schwarzwald gerade feucht genug ist, steht oben auf seiner Regionsseite; im September 2026 war er es lange nicht, wie der Zwischenstand zur Saison zeigt.

Steinpilze in der Nähe finden

Öffne die Karte mit dem Steinpilz und zoome auf deine Gegend. Grün heißt: Bäume, Boden und das Wetter der letzten zwei Wochen passen gerade gut zusammen. Mit der Ebene Wirtsbäume siehst du, wo überhaupt passender Wald steht, unabhängig vom Wetter. Ein Klick auf eine Zelle zeigt die Baumarten und jeden Wetterwert einzeln, so siehst du, ob es am Regen oder an der Wärme hängt.

Für die großen Städte gibt es eigene Seiten mit dem Wald im Umkreis von 40 km, den besten Ecken und dem aktuellen Wetter. Für den Steinpilz liegen München, Regensburg, Augsburg und Nürnberg vorn.

Die Karte rechnet mit Quadratkilometern. Eine einzelne alte Buche am Waldrand oder ein Moospolster unter Fichten sieht sie nicht, und in Nationalparks und vielen Naturschutzgebieten ist das Sammeln verboten. Was erlaubt ist und wie viel du mitnehmen darfst, steht unter Pilze sammeln: Regeln und Mengen.

Verwechslung: der Gallenröhrling

Der häufigste Doppelgänger ist der Gallenröhrling (Tylopilus felleus). Er steht an denselben Stellen, vor allem in Nadelwäldern auf sauren Böden, und sieht jung fast gleich aus. Drei Merkmale trennen ihn:

Röhrlinge mit roten Poren oder blau anlaufendem Fleisch sind keine Steinpilze. Mehr zu den Merkmalen steht auf der Seite zum Steinpilz. Die Karte bestimmt keine Pilze und sagt nichts über Essbarkeit. Nimm nur mit, was du sicher kennst, und lass Funde, bei denen du unsicher bist, von einer Pilzberatung prüfen.